Erfolgreiche erneute Zertifizierung durch den CTIF

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Eine Jury aus zwei Museumsfachleuten, dem Vorsitzenden der CTIF-Geschichte-Kommission und dessen Stellvertreter, zertifizierte am 28. Mai 2019 das Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein zum zweiten Mal und bestätigte damit die hohe Qualität der dort seit vielen Jahren geleisteten Museumsarbeit.

„Die erneute Zertifizierung ist eine weitere Bestätigung der erfolgreichen Entwicklung dieses Feuerwehrmuseums. Damit wird das große Engagement des Fördervereins und der vielen ehrenamtlichen Helfer sowie der Museumsleitung von neuem gekrönt“, so die Juroren. Das Zertifikat ist bis zum Jahr 2030 gültig. Vor wenigen Tagen hat das Deutschen Feuerwehr-Museum in Fulda ebenfalls dieses Zertifikat zum zweiten Mal erhalten. Neben fünf deutschen Feuerwehrmuseen  haben nur noch drei österreichische und ein polnisches Feuerwehrmuseen sowie ein tschechisches und ein französisches Feuerwehrmuseum dieses begehrte Zertifikat des internationalen Feuerwehrverbandes CTIF erhalten.

Ziel der seit 2007 durchgeführten Zertifizierungen ist eine Anhebung des Qualitätsstandards in den Feuerwehrmuseen, da bislang der Begriff „Museum“ nicht geschützt ist. Basis für die Qualitätsoffensive ist die umfassende Museumsdefinition des internationalen Museumsverbandes ICOM von 1986. Für den Besucher soll durch eine einheitliche Begriffsbestimmung sofort ersichtlich sein, ob es sich um ein Depot oder Archiv, einen Traditionsraum, eine Sammlung oder tatsächlich um ein fachgerecht eingerichtetes und professionell geführtes Feuerwehrmuseum handelt. Zu den Aufgaben eines solchen Feuerwehrmuseums gehören das Sammeln, das Bewahren und Restaurieren, das Forschen und Katalogisieren sowie das Präsentieren und Vermitteln. So sammelt das Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein mit seinem hauptamtlichen Museumsleiter und seinen ehrenamtlichen Kräften Exponate zur Kulturgeschichte des Feuers und des Brandschutzes aus dem Norddeutschen Raum, verwaltet sie sachkundig und erforscht sie mit wissenschaftlichen Methoden. Die einzigartige Sammlung ist aber auch für Forscher zugänglich.

Im Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein, das mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet hat, wird die Entwicklung der Feuerwehrtechnik in ihren wesentlichen Elementen von den Anfängen bis zur Gegenwart gezeigt. Besonders wichtig ist das zielgruppenorientierte Vermitteln und Lernen. So gibt es beispielsweise eine Kinderspielecke mit einem Feuerwehrfahrzeug, an dem ausgewählte Funktionen spielerisch nachvollzogen werden können. Die Vermittlung geschieht an ausgewählten Gegenständen, eine massierte Ansammlung gleicher oder ähnlicher Gegenstände wird vermieden.

Die häufig zweisprachigen Beschriftungen sind leicht verständlich aufbereitet und prägnant formuliert. Zusätzlich gibt es einen Kurzführer und zehn kostenlose Audio-Guides um die 2.300 qm große Schausammlung zweisprachig zu erkunden. Außerdem werden spezielle Führungen für Erwachsene und Kinder angeboten, die rege genutzt werden. Das Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein ist mit über 22.000 Besuchern im Jahr das besucherstärkste Feuerwehrmuseum in Deutschland.

Rechtsträger des seit 1990 bestehenden Feuerwehrmuseums Schleswig-Holstein ist der 1987 gegründete private Förderverein Feuerwehrmuseum Hof Lüdemann e.V., der hauptsächlich auf Spenden angewiesen ist und als anerkannter Kulturträger einen Zuschuss der Stadt Norderstedt erhält.

Hajo Brandenburg